Die Kunst der Kommunikation von der Reiterhand zum Pferdemaul

 

Kommt Ihnen dies bekannt vor?

 


• Ihr Pferd widersetzt sich dem Gebiss
• Ihr Pferd legt sich auf das Gebiss
• Ihr Pferd legt die Zunge über das Gebiss
• Ihr Pferd sperrt das Maul auf
• Ihr Pferd rollt sich ein

 


Dies sind alles Anzeichen des Widerstands, hauptsächlich gegen zu viel Druck auf die Zungenmitte. Ihr Pferd zeigt Ihnen
damit, dass es etwas Erleichterung benötigt. Das Gebiss muss als ein Instrument zur Kommunikation empfunden werden,
denn mit einem Pferd kann man nur dann unmissverständlich kommunizieren, wenn es entspannt ist. Wenn sich ein Pferd widersetzt, kommt die Botschaft nicht korrekt an. Um mit jedem Pferd auf unterschiedlichem Ausbildungsniveau kommunizieren zu können, wurde in Amerika ein komplettes Gebiss-System
entwickelt. Um aus der
Vielzahl der angebotenen Gebisse das richtige auswählen zu können, muss der Trainingszustand des Pferdes dem Niveau 1 bis 3 zugeordnet sowie die reiterlichen Fähigkeiten berücksichtigt werden. Anschliessend wird ein Gebiss aus den Stufen 1 bis 3 gewählt. Ausserdem bieten viele dieser Gebisse die
«seitenunabhängige Beweglichkeit»,
was
den einseitigen Einsatz des Zügeldrucks ermöglicht, ohne dass dieser auf das gesamte Gebiss übertragen wird.
Mit dem richtigen Gebiss werden Sie schon bald merken, dass Ihr Pferd entspannt und willens ist, mit Ihnen zu kommunizieren. Die Myler-Bits sind sowohl für das Englisch wie auch für das Westernreiten und für den Fahrsport erhältlich.

 

„ Der Schlüssel zur richtigen Zäumung jeden Pferdes liegt im Mundstück,
mit dem sich das Pferd in den Händen,
die es führen, entspannen kann“


Zitat Dale Myler

 

Bei den Erfindern Ron, Dale und Bob Myler steht hinter jedem, von ihnen entwickelten Gebiss die entsprechende Philosophie. In folgenden Punkten sind sich alle Erfinder, Hersteller und Verbraucher einig. Das Gebiss muss als ein Instrument zur Kommunikation empfunden werden und nur mit entspannten Pferd kann man unmissverständlich kommunizieren. Dies hängt natürlich nicht nur von der richtigen Wahl des Gebisses ab, sondern auch von vielen anderen Faktoren.
Grundsätzlich sollte das Pferd nicht den Reiter, sondern der Reiter das Pferd entspannen. Wenn sich Ihr Pferd widersetzt, kommt Ihre Botschaft nicht korrekt an. Um mit jedem Pferd, auf jedem beliebigen Ausbildungsniveau, gut kommunizieren zu können, haben die Mylers ein komplettes Gebiss-System entwickelt.

Die Kunst, wie die Hände des Reiters mit dem Pferd kommunizieren.

Warum wählen wir welches Gebiss bzw. warum brauchen wir überhaupt ein Gebiss?

Die Antwort finden wir schon in der damaligen Heeresdienstverordnung (1912) in der heutigen Ausbildungsskala.
Das übergeordnete Ziel der Ausbildungsskala und damit der Ausbildung, ist ein durchlässiges Pferd, also ein Pferd das in körperlicher und psychischer Hinsicht zu einem angenehmen, gehorsamen und vielfältigen Reitpferd ausgebildet wird. Ausbilden ist kein Abrichten oder Dressieren, sondern eine systematische Gymnastizierung. Ein Pferd ist durchlässig, wenn es die Hilfen des Reiters zwangslos und gehorsam annimmt.
Basis der Skala ist die Zwanglosigkeit − die physische und psychische Entspannung, die in jedem Stand der Ausbildung erhalten bleiben muss, um die volle Leistungsbereitschaft und Leistungsfähigkeit des Pferdes zu erhalten. Ein Verlust der Zwanglosigkeit hat meist auch einen Verlust des Taktes, immer den Verlust der Losgelassenheit zur Folge.
Einer der Punkte in der Ausbildungsskala ist die Anlehnung.
Anlehnung als Folge der Losgelassenheit ist die weiche Verbindung zwischen Reiterhand und Pferdemaul. Sie besteht, wenn das losgelassene Pferd die Anlehnung an das Gebiss sucht und somit an die Hand des Reiters herantritt: „Das Pferd sucht die Anlehnung, der Reiter gestattet sie.“ Das gibt dem Reiter die Möglichkeit, Gangart, Tempo, Haltung, Bewegungsrichtung usw. zu bestimmen und zu regulieren.
Ein Pferd (egal welcher Rasse und welcher Reitweise) kann nur dann korrekt über den Rücken schwingen, wenn es über die Dehnungshaltung die Anlehnung an die Reiterhand sucht. Und genau hier kommt das Gebiss ins Spiel. Nur ein Gebiss, welches dem Pferd angenehm im Maul liegt, wird als Hilfe anerkannt und bringt das Pferd dazu sich an die Reiterhand anzulehnen.

Wann ist ein Gebiss angenehm?

Jede Pferd-Reiter-Kombination stellt unterschiedliche Anforderungen an ein Gebiss.
Wenn wir uns einmal die Anatomie des Pferdemauls betrachten, werden wir feststellen, dass
für unser Gebiss welches wir verwenden sollten, ein ganz bestimmtes Platzangebot in einer ganz bestimmten  Form zur Verfügung steht.

Studien haben ergeben, dass im Pferdemaul viel weniger Platz vorhanden ist, als bisher angenommen. Dies führt logischerweise zu der Schlussfolgerung, dass dicke Gebisse bereits Druck im Pferdemaul ausüben, auch wenn noch gar keine Anforderung ans Pferd gestellt wird.

 

Weshalb sollte also ein dünnes Gebiss „scharf“ und ein dickes Gebiss „weich“ sein?

Viele Reiter glauben, dünne Gebisse seien scharf und je dicker ein Gebiss ist, desto weicher sei es. FALSCH! Ich bin überzeugt, dass das Pferd der präzisen Hilfe eines dünnen Gebisses besser folgen kann, als der eines dicken Gebisses. Denn ein zu dickes Gebiss übt einen Dauerdruck auf das Pferdemaul aus, dem das Pferd – was ja dem Druck, zum Beispiel dem Schenkeldruck, weichen soll – eben nicht weichen kann. Deshalb reagiert es mit Gegendruck, das heißt es legt sich auf die Zügel.  Dann begehen Reiter oft den Denkfehler, ihr Gebiss sei zu weich, nur weil sie einige Kilo auf der Hand liegen haben oder sich die Zügel bis über die Ohren ziehen können, ohne die gewünschte Reaktion beim Pferd zu erzielen.  Das ist der Fall, wenn das Pferd dem Dauerdruck nach hinten ausweicht, also hinter dem Zügel läuft.  Wäre Ihnen ein dünner Bleistift im Maul auch nicht lieber als ein dicker Besenstiel?  Eigentlich ist also ein angeblich „scharfes“ Gebiss lediglich angenehmer und verständlicher für das Pferd, während ein vermeintlich „weiches“  Gebiss meist ungenau wirkt und nicht selten zu schmerzen oder Verspannungen im Maul führt. Es ist aber völlig unsinnig, ein Pferd mittels Dauerdruck korrigieren zu wollen. Nimmt man den Druck dagegen weg, sobald es die richtige Reaktion zeigt, wird durch diese belohnende Erleichterung eine Lernsteigerung beim Pferd erreicht.

Was genau macht das Myler-Gebiss dem Pferd so angenehm.

Die Mylergebisse sind gerade mal 11mm stark und so verarbeitet das keine unangenehmen
Ecken und Kanten zu spüren sind.

Die Myler-Gebisse sind vom Backenstück an nach vorne gewinkelt um die Zunge im hinteren Bereich frei zu lassen. Dadurch wird dem Pferd ermöglicht, die Zunge zum schlucken anzuheben. Wenn wir unsere Zunge mit dem Daumen komplett herunterdrücken, können wir auch nicht schlucken und müssen den sich ansammelnden Speichel ausspucken. Dass dies auch einem Pferd unangenehm ist, welches von Natur aus entweder frisst und schluckt oder läuft, dürfte einleuchten.  Es soll aber mit dem Gebiss nicht nur laufen, sondern auch dabei auf kleinste Zügelhilfen reagieren.

Ein weiterer Vorteil der anatomisch nach vorne gewinkelten Form ist, dass man beim Annehmen des Gebisses nicht an die vorderen Backenzähne (den Prämolaren) stößt.
Vor allem bei Pferden mit einer großen Maulspalte passiert dies mit herkömmlichen Gebissen häufig. 
 Die hochwertig verarbeitete Manschette, welche als Gelenk der meisten Mylergebisse dient, verhindert, ja macht ein quetschen oder einklemmen der Zunge unmöglich. 
Durch diese Verbindung (Manschette) der beiden Mundstückhälften ist es möglich seitenunabhängig einzuwirken und so gezielt und präzise mit dem Pferd zu kommunizieren.
 Die Mylergebisse werden in verschiedenen Material-Varianten angeboten, wobei die meisten Westerngebisse aus Süßstahl und die meisten Englischgebisse aus Edelstahl gefertigt werden. Beide Varianten mit Kupfereinlagen zur besseren Speichelbildung.
Die Mundstücke sind auch in reinem Süßstahl, Edelstahl und Cypprium erhältlich.

Die Mylergebisse sind so vielfältig in Form und Wirkungsweise das sie jeder Anatomie des Pferdemauls und den persönlichen Anforderungen des Reiters gerecht werden können.

Die Stufen des Myler-Systems

Die Myler-Brüder haben vier grundlegende Stufen entwickelt, die den allgemeinen Lernabschnitten im Einklang mit dem Temperament des Pferdes entsprechen: Stufe 1 , 2 , 2-3 und 3.

Das Konstruktionsdesign der Myler Bits entspricht diesen Stufen, indem es Fortschritt mit zunehmender Zungenfreiheit und der Nutzung komplexer Druckpunkte belohnt.

Bei der Auswahl des richtigen Gebisses für Ihr Pferd müssen Sie daher zunächst entscheiden , auf welcher Myler-Stufe es sich auf der Grundlage seines Temperaments, seiner Ausbildung und seiner Erfahrung befindet.


Das Pferd:

  • Jung und unerfahren, beginnt gerade erst mit der Ausbildung
  • In der gewählten Disziplin sind nur Trensen mit gebrochenem Mundstück zugelassen  *

*Dressur- und Trensengebisse unterliegen bestimmten Vorschriften, die nur ein Gebiss der Stufe 1 zulassen. Wir empfehlen, das Pferd mit dem am besten geeigneten Gebiss zu schulen und für Turniere das zugelassene Gebiss bereitzuhalten. Informieren Sie sich bei Ihrem Verband über die jeweiligen Richtlinien.


Myler-Mundstücke der Stufe 1:

  • Falten sich etwas in der Mitte zusammen und drehen sich auf der Zunge, um Druck auf der Zunge auszuüben.
  • Mit einer Manschette in der Mitte, die verhindert, dass sich das Mundstück V-förmig zusammenfaltet, sondern sich eher in ein U biegt, das die Laden und Lippen vor unbeabsichtigtem Druck schützt.
  • Mit einer Manschette in der Mitte, so dass sich beide Seiten des Mundstückes unabhängig bewegen können, damit die Kommunikation besser wird und die Schulter leichter zu kontrollieren ist ( unabhängige seitliche Bewegungsfreiheit

Das Pferd:

  • Jung und unerfahren, beginnt gerade erst mit der Ausbildung, hat aber ein gutes Temperament.
  • Ist ggf. etwas älter, beginnt aber erst mit der Ausbildung oder lernt nach einer langen Pause um
  • Ist ggf. etwas älter und erfahren, wurde bisher jedoch ausschließlich mit einem gebrochenen Mundstück geritten.
  • Wird zurzeit mit einem Mundstück der Stufe 1 geritten und zeigt Widerstand
  • Hat ein unberechenbares oder herausforderndes Temperament
  • Pferd und Reiter kennen sich nicht. Unbekannte Vorgeschichte.

Mundstücke der Stufe 2 wirken weniger stark auf die Zunge ein als Mundstücke der Stufe 1. Zudem erhält das Pferd etwas Zungenfreiheit.


Myler-Mundstücke der Stufe 2:

  • Faltet sich nicht in der Mitte zusammen, sondern liegen auf den Laden und wirken dort etwas auf die Zunge ein, auch wenn die Zügel nicht aufgenommen sind.
  • Ist ggf. gebogen und dreht sich daher über die Laden auf die Zunge , wo Druck ausgeübt wird.
  • Schränkt die Zungenfreiheit und den Schluckreflex ein, auch wenn die Zügel nicht aufgenommen sind.
  • Führen mit einem kleinen Port oder einem flexiblen Mundstück das Konzept der Zungenfreiheit ein, damit die Zunge angehoben werden und dem Schluckreflex nachgegangen kann.
  • Falten sich etwas zusammen und drehen sich auf der Zunge, um etwas Druck auf die Zunge auszuüben.
  • Mit einer Manschette in der Mitte, die verhindert , dass sich das Mundstück V-förmig zusammenfaltet, sondern sich eher in ein U biegt, das die Laden und Lippen vor unbeabsichtigtem Druck schützt.
  • Mit unabhängiger seitlicher Bewegungsfreiheit für eine bessere Kommunikation und bessere Kontrolle der Schulter
  • Charakteristisch gebogen für mehr Zungenfreiheit. Schützt die Laden und Lippen vor unbeabsichtigtem Druck.

Das Pferd:

  • Verfügt zumindest über die Grundausbildung , hat aber auch ein solides Temperament: ruhig, ehrlich und zuverlässig, mit guter Selbstkontrolle, kommt ohne Probleme mit mehr Zungenfreiheit zurecht.
  • Verfügt ggf. über eine fortgeschrittene Ausbildung, erfordert aber vom Temperament her mehr Kontolle: besonders kühn oder aggressiv, ängstlich oder flatterhaft, besonders schnell erregbar bzw. tendiert dazu, sich schnell zu erschrecken und dann wegzulaufen; kommt mit der Zungenfreiheit eines Mundstückes der Stufe 3 nicht zurecht.
  • Befindet sich ggf. in der Ausbildung einer leistungsorientierten Disziplin, bei der für die beste Kommunikation etwas Zungenfreiheit, aber auch präzise Kontrolle notwendig ist ( z.B. Springreiten, Barrel, Racing, Distanzreiten / Endurance)
  • Wird zurzeit in einem Mundstück der Stufe 2 geritten und zeigt Widerstand

Mundstücke der Stufe 2 sind aufgewölbt und bieten so Zungenfreiheit, wobei in unterschiedlichem Maß auf die Zunge eingewirkt werden kann. Stufe 2 umfasst das vielfältigste Sortiment an Mundstücken und besteht auch aus Kandaren und Korrektur-Mundstücken


Myler-Mundstücke der Stufe 2-3:

  • Ist aufgewölbt und bietet so Zungenfreiheit : Korrektur-Mundstücke wirken etwas auf die Zunge ein. Kandaren üben weniger Druck auf die Zunge aus.
  • Mehr Einbeziehung der Laden, des Genicks und des Kinns als Stufe 1 oder 2.
  • Mit Port für mehr Zungenfreiheit als Stufe 1 und 2.
  • Umfasst sowohl Korrektur-Mundstücke, die etwas auf die Zunge einwirken, und Kandaren, die sehr wenig auf die Zunge einwirken.
  • Allgemein mehr Einbeziehung der Laden, des Genicks und des Kinns als Stufe 1 oder 2.
  • Spezielle Konstruktion, die dem Pferd angenehm im Maul liegt,aber auch zur Problemlösung anleitet, da die Zunge aufgrund besonderer Port-Ausführungen in unterschiedlichen Maßen entlastet wird.
  • Verbesserung der traditionellen Korrektur-Mundstücke mit unabhängiger seitlicher Bewegungsfreiheit für eine bessere Kommunikation und bessere Kontrolle der Schulter.
  • Charakteristische Biegung für mehr Zungenfreiheit.

Das Pferd:

  • Ein Turnierpferd, das in einer bestimmten Disziplin ggf. sogar schon als "fertig ausgebildet" betrachtet werden könnte, mit solidem Temperament, durchgängiger Leistung und nur leichten bzw. gar keinen Problemen in Bezug auf Kontrolle.
  • Erfahrenes Freizeitpferd mit besonders solidem, vertrauenswürdigem Temperament und nur leichten bzw. gar keinen Problemen in Bezug auf die Kontrolle.
  • Wird mit einer Kandare der Stufe 2-3 oder einem Korrektur-Mundstück geritten und zeigt Widerstand. Hat ein ruhiges, solides Temperament mit nur leichten bzw. gar keinen Problemen in Bezug auf die Kontrolle.

Myler-Mundstücke der Stufe 3:

  • Ist eine durchgehende Kandare ( kein Korrektur-Mundstück) mit einem Port unten mit einer Breite von mehr als 2,5cm für maximale Zungenfreiheit.
  • Druck wird im Wesentlichen auf die Laden, das Genick oder das Kinn ausgeübt.
  • Umfasst nur Kandaren mit breiteren Ports für maximale Zungenfreiheit und wenig bis kein Druck auf die Zunge.
  • Druck wird im Wesentlichen auf die Laden, das Genick und das Kinn ( und praktisch nicht auf die Zunge) ausgeübt.
  • Dank unabhängiger seitlicher Bewegungsfreiheit erfolgte eine Weiterentwicklung der traditionellen Kandaren-Mundstücke für eine bessere Kommunikation und Kontrolle der Schulter, obwohl einige Mundstücke für mehr Kontrolle und weniger sichtbare Zügelbewegung ohne die seitliche Bewegungsfreiheit angeboten werden.
  • Charakteristische Biegung für mehr Zungenfreiheit. Zusammen mit dem breiteren Port wirken die Mundstücke der Stufe 3 am wenigsten stören ein und sind die angenehmsten Mundstücke des Myler-Systems.


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